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Der albanische Geschichtsstudent Stavri (21) erforscht die Traditionen seines Landes, das vor allem im Norden seit Jahrhunderten existierende Gewohnheitsrecht Kanun. Es regelt unter anderem die Blutrache. Obwohl von den Kommunisten abgeschafft, tauchte sie nach der Wende umso stärker wieder auf. Doch haben die neuen Blutrachefälle nichts gemein mit dem alten Kanun. Niemand hält sich heute mehr an die Regeln. Da der schwache Justizapparat versagt, greifen die einfachen Menschen wieder zur Selbstjustiz.

Die Recherche des jungen Albaners lässt immer mehr die Rückständigkeit althergebrachter Lebensformen inmitten einer modernen Welt spürbar werden und gibt damit auch einen Einblick in die fremde Welt des Balkans.

Autor: Jean-Claude Kuner
Regie: Thomas Wolfertz
Ursendung: Deutschlandfunk / 01.03.2005

Preise / Auszeichnungen: Prix Marulic (Kategorie Documentary) 2005

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An Albanian history student, Stavri (21), is researching the traditions of his country, the “Kanun”, common law that has existed for hundreds of years and is especially present in the rural north of the country. The Kanun also sets rules for blood revenge. Although the communists banned the Kanun, after the collapse of the former government it once again became the law of the land in remote regions of the country.

Stavri comes to realise that the new cases of blood revenge have little to do with the old text and laws of the Kanun. No one is following any of the rules anymore, whether old or new. Since the government and its (judiciary) agents are quite weak across the land, more and more people are taking ‘the law’ into their own hands.

The feature confronts a historic case of blood revenge (inspired by Ismael Kadarés novel The Broken April) with today’s reality.

The young Albanian’s research gives him deeper insights into the backwardness of these traditional ways of life and the conflicts between old and new, thus providing a glimpse into the strange and sometimes very foreign world of the Balkans.

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Ich habe einen Mann getötet, dort, an der Biegung der Grossen Strasse. Dreht ihn auf den Rücken und legt ihm das Gewehr an den Kopf. „Gjorg von den Berisha hat das Blut seines Bruders gerächt.“ Die Unterhändler kommen, um das vierundzwanzigstündige Ehrenwort für die Berishas zu fordern.

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