»Es gibt das dokumentarische Theater, den Dokumentarroman, das Originalhörspiel – und in diesem Zwischenbereich gibt es vieles, was man ebensogut ins Feature einordnen könnte.«
Klaus Lindemann.

Hörstück und Hörbild, Klangkunst oder Radiokunst? Auf dieser Seite befinden sich Stücke, die bewusst mit den Grenzen zwischen Hörspiel und Feature spielen.

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Aktuelle Produktionen sind (vorerst) nur in kleinen Ausschnitten zu hören.

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Schiff im Sturm Berg Mond Meer ganz und gar schwerlos – Etel Adnans Reise durch Leben und Länder

Autor: Klaudia Ruschkowski
Regie
: Jean-Claude Kuner
Darsteller: Etel Adnan, Gisela Trowe, Iris Erdmann, Imogen Kogge, Judith Engel, Lili Zahavi
Komposition und am Klavier: Frangis Ali-Sadé
Produktion: Deutschlandradio Kultur / 2008
Ursendung: Deutschlandradio / 26.12.2008
Länge: 69.17

Etel Adnan auf dem Weg zum Mount TamalpaisJean-Claude Kuner, Frangis Ali-Sadé – Foto: Deutschlandradio-Sandro MostGisela Trowe – Foto: Deutschlandradio-Sandro MostEtel Adnan, Schriftstellerin und Malerin, zählt zu den großen kosmopolitischen Künstlern der arabischen Welt. Ihr Leben ist eine permanente Reise zwischen Kulturen, Sprachen und Orten, verfolgt von Kriegen und Bürgerkriegen, begleitet von Dichtern und Malern, getragen von den Elementen. Im Zentrum ihrer Lebensreise ein Berg: der Mount Tamalpais, gegenüber von San Francisco.
Und Beirut, die Stadt, in der sie 1925 geboren wurde. „Schiff im Sturm…“ ist eine vielstimmige Reise durch Etel Adnans Leben und durch unsere Gegenwart. Eine Collage aus Texten von Etel Adnan, aus Erlebnissen und Träumen, Beobachtungen und Traumata, aus Bildern, Klängen und Farben.
Die aseirbadschanische Komponistin Frangis Ali-Sadé improvisierte im Hörspielstudio am präparierten Flügel die Musik zu diesem Hörstück.

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Ländliche Küche in Zentralfrankreich, nach einem Text von Harry Mathews

Bearbeitung und Regie: Jean-Claude Kuner
Darsteller: Ulrich Matthes
Komposition: Gerd Bessler
Produktion: Deutschlandfunk / Hessischer Rundfunk / 2008
Ursendung: Deutschlandfunk / 23.12.2008
Länge: 49.37
Preise / Auszeichnungen: Prix Marulic (Kategorie Drama) 2009

Ulrich MatthesRestaurant in Clermont-FerrandBildbeschreibung #3

„La Tour Lambert“ in der Auvergne. Unser Koch präsentiert ein traditionelles Rezept: Ein gefüllter Lammschulterrollbraten ohne Knochen mit einer Farce double, einer doppelten Füllung.
Mit größter Akribie beschreibt er, wie das Rezept umzusetzen ist. Ohne Rücksicht auf Dauer. Dem detailversessenen Koch ist es pedantisch ernst mit seiner Kunst. Er schnibbelt und putzt. Es brutzelt und zischt in der Studioküche. Immer wieder entführt uns der Koch in die Auvergne, wo er vor Ort die sehr eigenen Traditionen Zentralfrankreichs erläutert. Aber je länger das Rezept dauert, desto mehr wächst beim Betrachter die Skepsis.
Harry Mathews, der Meister der Irreführung, hat uns längst in seine literarische Welt der Postmoderne verstrickt, in der Sprache und Wirklichkeit kritisch auf ihre Wahrhaftigkeit geprüft werden.
Harry Mathews, geboren 1930 in New York, lebt in Paris, gehörte zur legendären Gruppe „Oulipo“ um Georges Perec. Romane u.a. „Zigaretten“ 1991, „Mein Leben als CIA“ 2006.

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Karma aus Blech – Essensausträger in Mumbai

Autor und Regie: Jean-Claude Kuner
Produktion: SWR / DLF / WDR / ORF / ABC Sydney / Yleisradio 2008
Ursendung: SWR / 11.05.2008
Länge: 54.35
Preise / Auszeichnungen: Basler Featurepreis ‘08; Prix Marulic (Kategorie Documentary) 2009

Ein Dabbawallah beim AusliefernBildbeschreibung #2Bildbeschreibung #3Der Dabbawallah Ashok – Foto: Stéphane Hugel
Seit 1890 funktioniert das Unternehmen störungsfrei und ohne Unterbrechung: Jeden Morgen sammeln in Mumbai 5000 Essensausträger, die Dabbawallahs, in Teamarbeit über 200.000 heiße Essensbehälter bei den Ehefrauen ein.
Vier Stunden später werden sie quer durchs Verkehrsgewühl der 20-Millionen-Metropole in die Büros und an die Arbeitsplätze ihrer Männer geliefert. Damit jeder zur Mittagspause seine religiös und ethnisch korrekte Hausmannskost bekommt.
Eine logistische, organisatorische und pragmatische Meisterleistung. Vielleicht auch ein Modell für Indiens wirtschaftliche Zukunft? Die Sendung verknüpft dokumentarisches Material, Interviews und Spielszenen zu einem Hörstück über das indische Alltagsleben.
Geschichten mit und über Menschen, die sich mit unaufgeregtem Pragmatismus in einer multikulturellen und multireligiösen Mega-City einrichten. Denn zwischen Verkehrschaos und 14-Stunden-Arbeitstag scheint es wenig Zeit für einen „Kampf der Kulturen“ zu geben.

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Der Weg nach Timimoun – Eine dokudramatische Algerienreise in die Realität eines Romans

Autor und Regie: Jean-Claude Kuner
Produktion: SWR / 2007
Ursendung: SWR / 04.03.2007
Länge: 53.46
Preise / Auszeichnungen: Prix Marulic (Kategorie Documentary) 2007

Bildbeschreibung #1Bildbeschreibung #2Bildbeschreibung #3

Laid und Nadir: Zwei Jugendliche reisen durch Algerien. Von Norden nach Süden, vom Meer in die Wüste, von einer europäisch orientierten Gegenwart in eine archaische Vergangenheit. Wo die Sitten der Vorväter herrschen und die Rache des Bluts Gesetz ist: eine algerische Orestie. „Der Weg nach Timimoun“ ist ein Roman von Michael Roes. Der 1960 geborene Schriftsteller – hochgelobt für seine Romane aus der arabischen Kulturwelt – hat sein Buch in Algerien recherchiert. Radio-Autor Jean-Claude Kuner hat ihn dabei begleitet und algerische Wirklichkeit und schriftstellerische Fiktion miteinander verwoben – zu einem Radiostück zwischen Realität und Roman, Reportage und Hörspiel. Die Reise in die gewalttätigen Abgründe Algeriens wird zur Reise in die Entstehungswelt eines Romans. Und die Reisenden sind Literaturhelden ihrer selbst. Denn Laid und Nadir gibt es tatsächlich.

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Extraordinary. Stille. Ce soir

Autoren und Regie: Jean-Claude Kuner und Andrea Marggraf
Mitwirkende: Fritz Lichtenhahn, Tonio Arango, Klaus Herm, Friedhelm Ptok
Am Klavier: Thomas Bächli
Produktion: Deutschlandradio Kultur / SWR / WDR / ABC / 2006
Ursendung: Deutschlandradio Kultur / 09.04.2006
Länge: 88.37 / 58.43
Preise / Auszeichnungen: Grand Prix Marulic 2006

Bildbeschreibung #1Bildbeschreibung #2Bildbeschreibung #3Schauspieler Jean Martin
Ein alter Mann, eine Figur Becketts, schlurft durch seine Räume. Verschiebt Möbel. Sucht nach Erinnerungen, Büchern, Blättern, Tonbändern. Er findet „Das letzte Band“ von Beckett. Es ist der 100. Geburtstag seines Schöpfers. Der alte Mann schaut zurück, hört zurück. Erinnernd lauscht er den Geschichten des letzten Bandes, vieler Bänder: Aufzeichnungen, Dokumente und Materialien aus Archiven. Die Bänder führen zu Becketts Orten: nach Dublin, London, Paris und Berlin. Und Sie führen dort zu Freunden, Weggefährten, Schauspielern, und der ehemaligen Geliebten Barbara Bray. Zu hören sind unter anderen die Schauspieler Billie Whitelaw, Jean Martin und Pierre Chabert. Der Biograph James Knowlson und Becketts Neffe Edward Beckett. So entsteht: ein vielstimmiges Spiel der Erinnerung, ein Porträt zwischen Wirklichkeit und Fiktion.

> zum Manuskript des Hörstücks / 59 mn-Version (PDF)

> zum Manuskript des Hörstücks / 90 mn-Version (PDF)

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